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Hedwig Bilgram Jahresgabe 2009 - CD |
Hedwig Bilgram am Hammerflügel von Conrad Graf
Das Konzert-Programm der CD
Die Künstlerin Hedwig Bilgram
Conrad Graf (*17.11.1782 in Riedlingen † 18.3.1851 in Wien)
Conrad Grafs Bedeutung für den Klavierbau der Beethoven-Zeit
Beschreibung des Instruments
Quellen
Tonstudio
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Conrad Graf (*17.11.1782 in Riedlingen, †18.3.1851 in Wien) - "Kaiserl. kön. Hof-Fortepianomacher Wien" "Die ausgezeichneten Eigenschaften der Graf'schen Klaviere haben die Aufmerksamkeit der ganzen musikalischen Welt auf sich gezogen, daß die Instrumente nicht nur einen starken Absatz im Inlande, sondern auch in allen Theilen der kultivierten Welt finden. Wird in dieser Beziehung unter die gelungensten Leistungen der Klaviermacherkunst gezählt. In alle Appartements der Kaiserl. Hofburg, und in jene der allerhöchsten Regentenfamilie hat er Exemplare seiner Fabrikatur geliefert." Trotz dieser Feststellung anlässlich der Gewerbeausstellung 1835 in Wien war Graf lange Zeit in seiner Heimatstadt Riedlingen vergessen, bis 2001 anlässlich des 150. Todestages der Altertumsverein 1851 e.V. ein Konzert auf einem Originalinstrument in der Taufkirche St. Georg organisierte. Da kam auch der Wunsch auf, einen „Graf“ in Riedlingen stehen zu haben. 2005 konnte die Stiftung „Gemeinsam für eine bessere Zukunft“ der Kreissparkasse Biberach, einen sehr gut erhaltenen Flügel aus dem Jahre 1824 erwerben und diesen anlässlich des 750jährigen Stadtjubiläums den Riedlingern übergeben. Das Geschlecht der Graf in RiedlingenVater, Großvater und Urgroßvater des Conrad Graf übten in Riedlingen das Handwerk der Rotgerber aus. Sein Vater Johann Georg heiratete in zweiter Ehe mit 54 Jahren die 31jährige Ursula Ummenhofer. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor: Conrad, der spätere Klavierbauer, und Joseph Anton, der als Säugling starb. |
Bildnachweis: |
Die Riedlinger Zeit des Conrad Graf (1782 - ca. 1798) Nach beendeter Normal-Schulzeit (sieben Jahre) wurden die Söhne bei einem der bürgerlichen Handwerksmeister in die Lehre gegeben. Conrad Graf wurde Schreiner. Er dürfte frühestens 1795 mit der Lehre begonnen haben, die drei Jahre dauerte. Sein Meister Anton Sutter stammte aus Vorarlberg. Er hatte eine Werkstatt im Gebäude der heutigen Apothekergasse 4. Sutter war am damals erfolgten Umbau der Pfarrkirche St. Georg und deren Orgel beteiligt. „Das Klavirr Kestle gemacht, die wiendrohr greser gemacht, 16 Registrstangen Mid 10 Schuh [ca 3,30 m], 24 doblede strackhdurrn gemacht" [„Den Klaviaturkasten gemacht, die Windrohre größer gemacht, 16 Registerstangen mit 10 Schuh, 24 doppelte Trakturen gemacht] heißt es unter anderem in seiner Rechnung 1798. Hier nennt der Meister wiederholt „den Lehrjungen“, bei dem es sich nur um Conrad Graf handeln kann. Vielleicht war dies die erste Begegnung Grafs mit einem Tasteninstrument und wurde hier das Interesse für den Instrumentenbau geweckt. Seine Lehrzeit kann nach örtlichen Gegebenheiten frühestens 1798/1799 beendet gewesen sein. Grafs Weggang von RiedlingenEs gibt keinen exakten Hinweis darauf, wann Conrad Graf seine Vaterstadt verlassen hat. „In der Frembte" lautet eine Marginalie im Familienregister. Wegen der Koalitionskriege gab es Militär zuhauf (Riedlingen war bis 1805 habsburgisch, dann württembergisch), zunehmende Armut, hohe Steuern, das alles konnte der junge Graf hautnah in der eigenen Familie miterleben. Zudem war der Vater 1793 gestorben. Graf sah seine Zukunft wohl in der Fremde. Und da war Wien, damals noch die Hauptstadt, eine gute Adresse wegen vieler Bekannter. Ankunft
in Wien Jakob
Schelkle stammte aus Aderzhofen, einem kleinen Dorf bei Riedlingen,
das dem hiesigen Spital gehörte. Aus erster Ehe stammte die 1802 geborene Tochter Carolina, 1806 wurde seine leibliche Tochter und einziges Kind, Juliana, getauft. Seine Ehefrau starb am 7. April 1814. |
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Die
große Zeit des Conrad Graf in Wien Vor
derart erfolgreichem Hintergrund kann Graf bereits 1825 ein
großes
Anwesen direkt bei der Karlskirche für 42000 Gulden erwerben.
Diese
„Insel der ungebundensten Ländlichkeit mitten in Wien", wie
Grafs neues Anwesen beschrieben wurde, verfügte über den
drittgrößten Ballsaal der Stadt (übertroffen nur vom
Apollo und
dem großen Redoutensaal) und ein Gasthaus „zum goldenen
Mondschein". Das „Mondscheinhaus“ war Wohnung und Treffpunkt
bedeutender Persönlichkeiten: Carl Czerny lebte 1837 hier und
Joseph
Danhauser (1805-1845), ein Portrait- und Genremaler, hatte sein
Atelier in Grafs Haus. Beethoven schickte in dieses Haus 1826 eine
Einladung an Conrad Graf, ihn zu besuchen. Vielleicht einer der
Höhepunkte im Mondscheinhaus war es, als Franz Liszt am 12. April
1838 „in Anwesenheit von Clara Wieck, Carl Czerny und anderen
Künstlern in Grafs Atelier“ einige seiner Kompositionen spielte,
worüber die „Neue Zeitschrift für Musik“ berichtet: „In der
That - er erschüttert unsere innerste Natur.“ Bei der 1.
Österreichischen Industrieausstellung in Wien 1835 erhielt Conrad
Graf für Klavierbau eine Goldmedaille zugesprochen, die
höchste
Auszeichnung jener Zeit. Das Interesse an Graf-Klavieren seitens der
bedeutendsten Komponisten und Interpreten der Zeit war enorm.
Beethoven, Clara und Robert Schumann, Liszt und Chopin sind „Kunden“
von Graf. 1839 hat Graf Clara Schumann einen Flügel als „verehrtes
Souvenier“ überlassen, den später Brahms besaß. Das
Instrument
gehört heute der Gesellschaft der Musikfreunde Wien. „Liszts
Konzerte müssen Grafs Klaviere noch berühmter machen" Chopin:
„Ich gehe jeden Tag zu Graf, um zu spielen…“ |
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Conrad
Graf besucht Riedlingen „Am 7. März kamm der von hier gebürtige Conrad Graf von Wien auf seiner Reiße nach Paris hier durch in einem herrlichen 3 spännigen Reißewagen und wie staunten Jene, die ihn vor Jahren in dürftigen Kleidern als Handwerkspurschen fortwandern sehen; Er hatte nemmlich das Glück, in Wien als Schreinergesell eine Wittwe eines Instrumentenmachers zu heurathen, die ihn in den Besitz eines Vermögens von circa 700000 Gulden brachte. Dabei vergaß er aber nicht seine frühere Armuth und seine dürftigen Verwandten, sondern unterstützte solche auf jegliche Weiße, was ihm auch die Achtung der ganzen hiesigen Bürgerschaft zuführt. Vor seiner Abfahrt beschenkte er noch alle Armen, die ihn scharenweise besuchten. Gott segne den Edlen.“ 1840
gab Graf seine Klavierherstellung auf und verkaufte die Fabrik 1841
an Carl Stein aus Wien. Sehr wahrscheinlich zwang ihn seine
Lungenlähmung zu diesem Schritt. In großer
Anhänglichkeit zu
seiner Riedlinger Verwandtschaft (zwei Nichten beschäftigte er in
seinem Wiener Haushalt) bedachte er diese im Testament mit viel Geld. Winfried Aßfalg |
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