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Reinhard Meis - 3

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Reinhard Meis - Seite 3
Reinhard Meis - Seite 4


Blick vom Krankenhaus


Der Campanile am Wochenmarkt


Donau mit Weilerkapelle


Sicht auf Riedlinen von der Donau aus


Sicht vom Donauwehr aus


alle Fotos:   © Winfried Aßfalg

Schwäbische Zeitung Riedlingen vom 25.05.2009

Meis malt die Erinnerungen der Mutter

Wie Riedlingen in der "guten alten Zeit" ausgesehen hat, zeigen bis zum 28. Juni 40 Ölbilder und Aquarelle in der Städtischen Galerie am Wochenmarkt. Vergangenen Freitag wurde die Ausstellung von Reinhard Meis in Riedlingen eröffnet.

RIEDLINGEN (sz) Die Bilder sind lauter Originale. Reinhard Meis aus Wuppertal, im Ruhestand lebender Leitender Ministerialrat Nordrhein-Westfalens, hat die Stadt an der Donau mit liebevoller Hand als den Ort gemalt, aus dem die Familie seiner Mutter stammt.

Mit Ehefrau Marlies und seinem Wohnmobil tourt Reinhard Meis durch die Lande und peilt als nächstes Reiseziel Russland an. In Riedlingen hat er schon seine Spuren hinterlassen, indem er mit Beharrlichkeit die Einrichtung eines Stellplatzes für diese Wohnmobile auf dem Stadthallenplatz auf den Weg gebracht hat.

Diesen Vorgang schilderte Bürgermeister Hans Petermann in seinem Grußwort, in dem er auch die Funktion des Malers im bürgerlichen Leben verriet. Dem Altertumsvereinsvorsitzenden Winfried Aßfalg und seiner Museumsmannschaft dankte das Stadtoberhaupt für Engagement und Ideen: "Sie haben wieder interessante Verbindungen geknüpft." Dass die Stadt Unterstützung leistet und für Kunstschaffende etwas übrig hat, unterstrich Petermann mit der Ankündigung, dass im restaurierten "Lichtenstein", dem mittelalterlichen Haus über der Donau, die Wohnungen künftig für Kulturschaffende zur Verfügung gestellt werden. So lud er das Ehepaar Meis als Dank für die geschenkten Bilder zur nächsten Fasnet ein, eine Woche im "Lichtenstein" zu wohnen. Sämtliche Bilder von Riedlingen nämlich schenkte Meis dem Altertumsverein. Sie können gekauft werden, und der Erlös kommt dem Verein zugute.

Vorsitzender Aßfalg erzählte, wie die "interessante Verbindung" zustande kam: Auf der Wohnmobilreise in den Süden Europas suchte das Ehepaar Meis 2003 gezielt Riedlingen auf und wandelte auf den Spuren der am 7. Oktober 1889 geborenen Hedwig Brand und ihres Vaters Apotheker Gottlob Brand, der die einstige Apotheke am Marktplatz führte.


Brand war ein Tausendsassa

Apotheker Brand war ein Tausendsassa, erster Fotograf in Riedlingen, Aktivist im Theaterverein, Mitglied der Feuerwehr, Stifter eines TSV-Pokals, der heute im Stadtmuseum "Schöne Stiege" prunkt. Hedwig heiratete Max Meis und wurde 1927 Reinhards Mutter. Sie schilderte ihrem Sohn die Stadt ihrer Kindheit so lebendig, dass er ein "erinnertes Riedlingen" malen musste. Im Alter erblindete Hedwig Meis und sprach ihre Erinnerungen an die Begebenheiten bis zur Jahrhundertwende auf Tonträger. Dazu kamen die Fotos des Großvaters: Erste Ablichtung eines Gallusmarktes und viele Marktplatzbilder mit dem Fachwerkhaus der Apotheke im Blickfeld, Partien an der Donau mit Gärten und Ruderbooten und Theateraufführungen im heutigen Kino. Und vor allem eine 1906 gut ins Bild gerückte Hedwig im Sonntagsstaat. Um 1900 zog die Familie nach Schorndorf. Aber Riedlingen blieb in so schöner Erinnerung, dass eine künstlerisch hinreißende Bilderschau entstand.

(Erschienen: 25.05.2009)

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