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Museum "Schöne Stiege" Riedlingen
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25. Sept. 2012:
Vortrag: Jahr der Kelten 2012

06. Okt. 2012:
Fahrt nach Stuttgart

22. Okt. 2012:
Beginn des Vorverkaufs

10. Nov. 2012:
12. Galeriekonzert

16. Nov. 2012:
Schülerwettbewerb beginnt

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Geschichten aus dem Museum

Riedlingen die 'Grafstadt'

LupeEnthüllung der Gedenktafel
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Lange Zeit war es ruhig um die musikgeschichtliche Bedeutung Riedlingens. Erst die Animation durch Dr. jur. Jörg - Dieter Hummel, Unternehmer und Mäzen aus Stuttgart, sich endlich mit dem "bedeutendsten Klavierbauer des frühen 19. Jahrhunderts" zu beschäftigen, rückte Riedlingen etwas mehr in den Mittelpunkt eines Geschehens, das die musikalische Welt kleiner werden lässt. Im Zentrum steht die Hammerflügelfabrikation des hier 1782 geborenen Conrad Graf, der in seiner Wiener Zeit bis 1841 mit seinen Instrumenten eine nahezu unerreichte Position einnahm.

Eine erste Aktion in dieser Richtung war die Anbringung der von Dr. Hummel gestifteten und dem Künstler Gerold Jäggle gestalteten Gedenktafel am Geburtshaus des Conrad Graf in der "Mühlvorstadt". Unter großer öffentlicher Anteilnahme wurde des Festakt vollzogen.

Altertumsverein beschenkt sich selbst

LupeGespräch über den Conrad-Graf-Flügel
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Zum 150. Bestehen des Vereins ein Konzert zum 150. Todestag des großen Klavierbauers Conrad Graf

Der Altertumsverein, in seiner Art der zweitälteste im Landesteil Württemberg, feierte 2001 sein Jubiläum mit einem Konzert auf einem Originalinstrument des Klavierbauers Conrad Graf an dessen 150. Todestag in der Taufkirche St. Georg in Riedlingen. Die Begeisterung war groß, die Suche nach einem Originalinstrument der weltweit noch etwa 100 vorhandenen Flügel schwierig. Es gelang dennoch, eines der wohl am schönsten klingenden Instrumente (1824 Opus 819) als Leihgabe der Pro-Arte-Stiftung der Kreissparkasse Biberach nach Riedlingen zu bekommen. Seither finden hier die Galeriekonzerte für etwa 80 Zuhörer statt.
Namhafte Künstler und Solisten wissen es zu schätzen, auf einem "Graf" spielen zu können. So zum Beispiel das 8. Galeriekonzert mit Michael Günther (Hammerflügel) und Gerhart Darmstadt (Arpeggione), bei dem die Bedeutung des Instruments wegen der Schubert'schen Komposition für Arpeggione und Hammerflügel, die zu Aufführung kam, deutlich wurde. So mag es wohl damals geklungen haben, als Schubert 1824 die Uraufführung in Wien selber am Flügel begleitete, war vielfach aus Zuhörerkreisen zu hören.

Das war auch die Meinung der beiden Solisten und des prominentesten Zuhörers, Prof. Eduard Swenson aus den USA, einem weltbekannten Restaurator für Graf'sche Hammerflügel. Er war begeistert von dem Klang des Riedlinger Instruments.

Hl. Katharina ziert Ausstellung

LupeHl. Katharina
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(ag) Es gibt noch Glücksfälle für kleine Museen: Eine rund 600 Jahre alte Figur wurde dem Museum in die Städtische Galerie im Spital zum Hl. Geist als Dauerleihgabe aus Privatbesitz übergeben. Nach einer grundlegenden Restaurierung durch Willi Mayer in Langenenslingen kann die hl. Katharina nunmehr bestaunt werden.

Diese Figur schreibt eine Geschichte, die nirgendwo geschrieben steht, aber durchaus so gewesen sein könnte.
Als in Egelfingen auf der Schwäbischen Alb 1405 eine Kapelle mit dem Weihetitel „Unser lieben Frau“ gebaut wurde, darf man davon ausgehen, dass auch ein Marienbildnis das Innere der Kapelle zierte.
Üblicherweise war eine Muttergottes dargestellt, die das Jesuskind auf dem rechten oder linken Arm trug. Das lässt sich am Hüftschwung feststellen, der als „Stützhilfe“ entsprechend ausgearbeitet wurde.
1535 wurde die Kapelle der hl. Katharina geweiht, so dass möglicherweise die Maria mit Kind aus Sparsamkeit einfach umgearbeitet wurde zur neuen Weihepatronin. Das Jesuskind wurde einfach weggenommen.
Die strenge, fast statische Körperform und das ernste Gesicht weisen aber durchaus in die späte Romanik, in die Zeit der ersten Kapellennennung, wogegen die Gewandfältelung und die Krone auf dem Haupt spätere Zutaten aus dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts sein dürften. Wohl noch später kamen die heute vorhandenen Attribute Märtyrerpalme, Folterrad und Schwert hinzu.
Die Figur wurde auf den kleinen Sockel gestellt, um die Beschriftung anbringen zu können. Wahrscheinlich überlebte die Skulptur den Einzug in die 1747 neu erbaute Pfarrkirche nicht und wurde an Privat weitergegeben.
Jahrzehntelang zierte sie dann in Egelfingen als Nischenfigur eine Hausfront, bis sie aus Witterungsgründen in Sicherheit gebracht wurde. Der beste Platz ist in einem Museum, beschloss die Eigentümerfamilie Rolf Neuburger und informierte die Riedlinger Museumsmannschaft. Natürlich bestand großes Interesse an dem Kunstwerk.

So zeigt sich nunmehr die kostbare Skulptur mit den Resten der Originalfassung und den angeglichenen Retuschen als das derzeit älteste Werk in der Riedlinger Städtischen Galerie zum Hl. Geist.

Heiligenfigur als Geschenk

LupeHeiligenfigur aus der Zeit um 1780
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(ag) Das passiert einem Museum nicht alle Tage, eine wertvolle Figur aus der Spätphase des 18. Jahrhunderts geschenkt zu bekommen. Riedlingen hatte das Glück und konnte das restaurierte Kunstwerk neulich anlässlich des Konzerts in der Galerie der Öffentlichkeit präsentieren.

Es war vergangenen Herbst, als der Museumsleitung eine Heiligenfigur gezeigt wurde mit der Möglichkeit, diese als Geschenk hier zu lassen. Dem Vernehmen nach soll sie aus dem Raum Riedlingen stammen, gehörte aber einem Arzt aus Singen/Hohentwiel. Nachdem klar war, dass diese Figur dem Museum überlassen wird, setzte auch das Forschen ein. Dem Heiligen fehlt jegliches Attribut, was eine Bestimmung immer sehr erschwert. Allerdings weisen die Ordenstracht mit Mozetta (Schulterumhang) und Skapulier (Textilband, auf der Vorderseite sichtbar), Kapuze und der wallende Bart auf einen Ordensheiligen hin, der nach Stellung der Finger seiner rechten Hand auch noch ein Attribut mitgeführt haben muss, einen Stab, ein Kruzifix oder auch den Palmzweig eines Märtyrers. Unter diesen Gesichtspunkten könnte der Kapuzinerheilige Fidelis von Sigmaringen dargestellt sein, der in unserer Gegend sehr verehrt wurde und wird und dem im Riedlinger Kapuzinerkloster damals, im 18. Jahrhundert, zur Seligsprechung eine eingene Kapelle angebaut und geweiht wurde. Die Figur ist in die Zeit um 1780 zu datieren. Als lokaler Künstler kommt Johann Friedrich Vollmar (1752-1818) in Frage. Vollmar hatte von 1774 bis 1777 für das Kloster St. Gallen gearbeitet, ehe er nach Riedlingen zog. Von hier aus bekam er verschiedene Aufträge, so den leider verloren gegangenen Altar der Katharinenkapelle beim Siechenhaus in Riedlingen und auch die Ausstattung der Pfarrkirche St. Gallus in Wurmlingen/Tuttlingen. Der Zustand der Fassung war schlecht, eine Restaurierung dringend erforderlich. Sie erfolgte durch Willi Mayer aus Langenenslingen.

Exclusiv für die Schöne Stiege: Messerbänkchen des Expressionismus

LupeEthelred Sturm bei der Nacharbeit seines gegossenen Messerbänckchens.
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(mr) Messerbänkchen sind eigentlich aus der Mode gekommen und gehören dennoch zum elegant gedeckten Tisch. Sie ermöglichen die Ablage des Bestecks, ohne dass das Tischtuch Flecken abbekommt. Zudem sind sie eine Zierde für jeden festlich gedeckten Tisch, vor allem dann, wenn die Bänkchen Münchner-Riedlinger Tierformen zeigen.

Zugegeben, für viele Menschen ist es altmodisch, solche Ablegehilfen auf dem Tisch zu haben und die Idee stammt auch aus einer Zeit, in der es mühsam war, die großen Leinentischtücher zu waschen und zu stärken. Damals war die Hausfrau bestrebt, diese ein zweites oder drittes Mal benützen zu können. Dennoch zieren heute mehr und mehr klassische Messerbänkchen als Tischdekoration die Tafel.

Die Zinngießerei Sturm in Riedlingen besitzt exklusive Formen, die Ethelred Sturm auch für das Riedlinger Museum „Schöne Stiege“ gießt.

Diese Produkte, es gibt zwölf verschiedene Formen, haben eine interessante Geschichte. Es war 1922, als L. Eickemayer, Professor an den Münchner Lehrwerkstätten, für Felix Sturm ein Sortiment entwarf. Die abstrahiert gestalteten und sehr originellen Tierfiguren können als Kunstwerke des Expressionismus bezeichnet werden. An den Münchner Lehrwerkstätten, 1902 in München als Ausbildungsstätte für Künstler und Kunsthandwerker gegründet, lehrte z.B. Professor Carl Caspar und Ernst Ludwig Kirchner war dort Schüler. Aus dieser Tradition heraus gesehen haben die Modelle und auch die fertigen Produkte ihren festen Platz in der Kunstgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts.

Hunde, Schafe, Ziegen- oder Steinböcke, Luchse und Füchse bieten mit ihren lang gezogenen Rücken den Platz für Messer, Gabel oder Löffel. Jedes Bänkchen ist einzeln aus Zinn gegossen und muss dann noch mühsam nachgearbeitet werden, bis es die saubere Eleganz für einen schön gedeckten Tisch aufweist. Sturm ist einer der letzten Kunstzinngießer in Württemberg.
Diese kleinen Kunstwerke sind im Museum „Schöne Stiege“ zu bestaunen und zu erwerben.
Ein ganzes Sortiment dieser Bänkchen hat sogar schon den Weg nach Japan gefunden und ist dort begeistert aufgenommen worden.

Riedlinger kehren aus Paris zurück in die Heimat

LupeFoto v.l.: Carole Missmahl, Museumsleiter Winfried Aßfalg und Dr. Martin Missmahl (Paris) bei der Übergabe der vier Portraits aus Familienbesitz. Foto: Waltraud Wolf
Dr. Martin Missmahl, ein Nachfahre der Riedlinger Geschlechter Mennet Mederle Missmahl, reiste 2006 von Paris in die Donaustadt. Im Gepäck hatte er vier Ahnenbilder für das Museum „Schöne Stiege“. Das Museum hatte er bei einer Führung anlässlich eines Familientreffens 2004 kennen und schätzen gelernt. Dabei kam bei ihm der Entschluss zustande, seine Vorfahren sollten dort einen dauerhaften Platz finden, wo sie auch gelebt haben. So werde Familiengeschichte lebendig bleiben. Museumsleiter Aßfalg meinte: „Diese Schenkung ist von unglaublicher Bedeutung für uns." „Die Ahnen sind mit der Schenkung einverstanden“, meinte Dr. Missmahl mit einem Lächeln und übergab mit seiner Gattin Carole die Vorfahren aus dem 18. und 19. Jahrhundert: den Posthalter Johann Nepomuk Mennet und seine Ehefrau Maria Anna Theresia Eurosia Werner, Tochter des damaligen Stadtschultheißen und Traubenwirts Johann Joseph (große Bilder) und deren Sohn Fortunat Mennet, Posthalter auf dem Marktplatz (heutige KSK), der mit der „schönen Nannette“ vom Gasthaus Kreuz verheiratet war (kleine Bilder).

Foto v.l.: Carole Missmahl, Museumsleiter Winfried Aßfalg und Dr. Martin Missmahl (Paris) bei der Übergabe der vier Portraits aus Familienbesitz. Foto: Waltraud Wolf


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